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Keine Bodenschätze Bildung sei unser grösstes Gut
4. April 2005
Wir haben in der Schweiz keine Bodenschätze. Das lernen wir unseren Grosskindern bereits früh in der Schule. Unser Kapital sei die Bildung; die Ausbildung. Ganz klar. Und: Wir sind stolz auf unser föderalistisches Bildungssystem. Jeder Kanton hat das beste. Die ETH produziert Nobelpreisträger und die Unis Akademiker unterschiedlicher Ausprägung. Und kürzlich hat der Bundesrat die neuesten Forschungsziele definiert, die mit viel Geld unterstützt werden.
Die PISA-Studie hat uns aus unserem Traum geweckt. Wir haben gar nicht das beste Bildungsresultat. Die Ausbildung unserer Schüler sei nur durchschnittlich. Was tun wir? 26 Bildungssysteme werden überprüft und umgebaut und für Millionenbeträge bauen wir neue Schulhäuser. Wir debattieren über Stundentafeln und Klassenzimmergrössen. «Erhält ein Kind in einem 80m2 grossen Klassenzimmer die bessere Ausbildung als in einem Klassenzimmer von 70m2?» Wir verbrauchen unsere Energie in Formalismen und Prestigebauten. Darüber hinaus wird die Latte in unserem Bildungssystem nur vermeintlich höher gesetzt: Für immer mehr Berufe benötigt es eine Matur. Doch: Ist eine Kindergärtnerin mit Matur eine bessere Kindergärtnerin? Wer stellt die Frage nach Effizienz in der Ausbildung und Qualität in der Berufsausübung?
Und schon werden wir aus unserem nächsten Traum geweckt: Unser Schweizer Flaggschiff, die Swiss, wird verscherbelt; an die Deutschen. Die können nun etwas, was wir anscheinend nicht mehr können. Management. Unternehmertum. Klare Strategien entwickeln, diese kritisch hinterfragen und auch durchsetzen. Die Lufthansa wird die Swiss managen und ein florierendes Unternehmen daraus entwickeln. Das konnten unsere Swiss-Manager mit 3 Milliarden Steuergeldhilfe nicht. Missmanagement über Missmanagement. Dabei erzählen wir unseren Grosskindern immerfort, dass Bildung unser höchstes Kapital in der Schweiz sei.
Viel Geld investieren der Bund an der ETH und die Kantone an ihren Unis in hochkomplexe Forschungsarbeiten. Unsere Forscher erhalten Nobelpreise. Sie entwickeln Technologien von Weltruf. Doch die Schweiz ist schwach in der Entwicklung von Marktprodukten. Wir sind schwach in der Entwicklung von Produkten, die Wertschöpfung generieren. Wertschöpfung, welche Kapital generiert und Arbeitsplätze schafft, denn Bildung sei ja unser höchstes Kapital.
Einen Eckpfeiler für Schweizer Unternehmen bildet die Berufslehre; die traditionelle Berufslehre: Praxis verbunden mit schulischer Bildung und der Arbeit an konkreten Projekten. Neben Berufserfahrung gewinnen die Lehrlinge eine gute Portion Lebenserfahrung. Lebenserfahrung durch Arbeit am Werk, am Stück und in Konkurrenz zu anderen Anbietern. Aus der Berufslehre haben wir in der Schweiz schon etliche Unternehmerpersönlichkeiten gewonnen. Unternehmerpersönlichkeiten, die auf eigenen Beinen stehen und Produkte entwickeln, die Wertschöpfung generieren. Der Fall Swiss führt es uns nach der PISA-Studie erneut vor Augen: Wir brauchen fähige Manager und gut ausgebildete Macher in unserem Land, und dies in der Vielzahl; und das entsprechende Klima dazu. Ein Forschungsziel, das dringend zu definieren ist. |
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