Schiff, Bahn, Brummi, Flieger – alle wollen mehr

Basler Zeitung vom 25. November 2006

Forderungen der Verkehrsträger an die Politik

Neben Werbespots für die verschiedenen Verkehrsträger waren an einem Podium recht klare Forderungen an die Politik zu hören – so etwa nach gleich langen Spiessen für Schiff und Bahn.
Einige Schlüsselzahlen über die Güter-Region Basel: Rund 500000 Container-Einheiten pro Jahr werden in allen Containerterminals von Schifffahrt, Bahn und Strasse umgeschlagen – mit hohen Wachstumsraten. Durch die Rheinhäfen beider Basei passieren 13 Prozent aller Importe in die Schweiz. Rund 13 Prozent der stadtbaslerischen Fläche von 37 Quadratkilometern bestehen aus Schienen. Der Prattier Logistik-Riese Planzer transportiert heute 60 Prozent seiner Güter per Bahn. Am EuroAirport arbeiten heute wieder rund 5000 Menschen, Tendenz steigend. Und die Passagierzahlen wachsen wieder in Richtung früherer Rekordwerte.
Das von der Vereinigung für eine starke Region Basel/Nordwestschweiz, dem Efficiency Club und der Handelskammer beider Basel organisierte Podium unterstrich somit das, was Rheinschiffahrts-Chef Hans-Peter Hadorn als die «grösste Güterverkehrs-Drehscheibe zwischen Ruhrgebiet und Norditalien» nennt.

WUNSCHKONZERT
Dass Hadorn und EuroAirport-Chef Jürg Rämi, SBB-Regionalverkehrsleiter Ulrich Landolt und Planzer-Geschäftsleitungsmitglied Nils Planzer nebenbei wacker für ihren Verkehrsträger warben, hinderte sie nicht daran, ein gegenseitiges Ausspielen klar abzulehnen. Das Podium, moderiert von Hans-Rudolf Bachmann (Starke Region), zeitigte recht klare Wünsche und Forderungen an die Politik. Es sind Vorstellungen, die sich gegenseitig durchaus nicht ausschliessen, aber vor allem vom Willen zum Wachstum und zu höherer Anerkennung geprägt sind.
Hadorn verlangt für seine Rheinschifffahrt die gleichen Subventionsvorteile bei der Infrastruktur wie für die SBB und mahnt, die Raumplanung für Industrie- und Gewerbebetriebe müsse stärker grenzüberschreitend ausgerichtet werden. SBB-Mann Landolt wünscht sich auch regionale (kantonsübergreifende) Finanzquellen für den Regionalverkehr. Balsam für die Nordwestschweizer Seelen ist sein Wunsch nach einer FinOeV-II, also nach einem zweiten grossen Finanzierungsprogramm des Bundes, dannzumal für Wisenberg und das «Herzstück» in Basel; mit dem Herzstück sollen dereinst der Bahnhof SBB und der Badische Bahnhof per Bahn verbunden werden. Planzer, der viel lobende Worte für die SBB fand, will die Einnahmen aus der LSVA auch wirklich zweckgebunden verwendet und nicht einfach in der Bundeskasse verschwinden sehen. Rämi seinerseits kann seine Wünsche auf ein Stichwort beschränken: EAP-Bahnanschluss.
Als Vertreter der Bundespolitik unterstützte CVP-Nationalrat Walter Jermann (Dittingen) vieles davon: Aufwertung der Rheinschifffahrt, Zweckbindung der LSVA-Einnahmen, mehr Druck für den EAP-Anschluss, Beharren auf dem Wisenbergtunnel.
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