Umweltverbände erzwingen Atomkraftwerk

Volksstimme vom 16. November 2006

Wegen des steigenden Strombedarfs benötigt die Schweiz ein neues Atomkraftwerk. Alternative Projekte werden mit Einsprachen verzögert oder gar verhindert.

Atomkraftwerke bergen Risiken. Das wissen wir. Und nach Tschernobyl haben wir dazu grausame Bilder und Erfahrungen erhalten. Dennoch: Trotz verbesserter Technik und ausgereifter Elektrogeräte, die massiv weniger Strom benötigen, steigt der Strombedarf in der Schweiz jährlich um 1 bis 2 Prozent an. Im Jahr 2025 wird die Schweiz sodann eine massive Stromlücke aufweisen, wenn wir nicht handeln.

Eigentlich sind wir in der Schweiz in der Energieproduktion privilegiert: mit unseren Wasserkraftwerken. Mehr als die Hälfte unserer Stromproduktion stammt aus Wasserkraft. Diese Art der Stromproduktion hat mehrfach Vorteile. Die Stromproduktion ist nachhaltig: keine Abfälle, kein CO2-Ausstoss. Hinzu kommt, dass Wasserstrom lagerbar ist und ein Ausgleich von Tag- und Nachtstrom erzielt werden kann. Doch der Ausbau der Wasserkraftwerke scheitert in der Schweiz wesentlich an Einsprachen der Umweltverbände. Auch der Ausbau der Windkraftwerke – siehe Deutschland – scheitert in der Schweiz an den Umweltverbänden! Bei diesen steht der Landschaftsschutz vor jeder Nachhaltigkeit.

Die geothermischen Projekte scheinen sehr zukunftsversprechend zu sein, diese Projekte stecken jedoch erst in der Anfangs-, sprich Pilotphase. Nun soll in der Schweiz Gas verbrannt werden? Mit einem Wirkungsgrad von 60 Prozent soll aus Gas Strom erzeugt werden? Ein völliger Unsinn! Gas ist ein überzeugender Energielieferant, um damit direkt Wärme herzustellen. Denn in den neuesten Heizungsanlagen wird ein Wirkungsgrad von über 95 Prozent erzielt.

Welche Möglichkeiten bleiben uns in der Schweiz? Der Import von Atomstrom aus ukrainischen Atomkraftwerken des Typs Tschernobyl ist sicher keine Alternative. Schauen wir der Realität ins Auge und nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Realisieren wir dieses benötigte Atomkraftwerk und planen wir die sorgfältige Lagerung der radioaktiven Abfälle. Wesentlich ist: Die entsprechenden Verbände sollten endlich an einen Tisch sitzen und über den Ausbau von Wasserkraft und Windkraft in der Schweiz sprechen. Greenpeace hat in einer Studie «Windforce 10» dargelegt, dass bis ins Jahr 2020 10 Prozent des Stroms aus Windrädern gewonnen werden könnten. Auch die Wasserkraft kann ausgebaut werden. Dazu braucht es endlich die Kooperation der Umweltverbände! Packen wir's an, damit wir im Jahr 2025 nicht gezwungen sind, ein weiteres Atomkraftwerk zu bauen!
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