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Amacker und Zwick sind die Favoriten
Basler Zeitung vom 19. Oktober 2006
Die CVP entscheidet heute, mit wem sie in die Regierungsratswahlen steigt
In der CVP zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kathrin Amacker und Peter Zwick um die Regienrusratskandidatur ab. Anton Lauber irnd René Merz werden nur Aussenseiterchancen eingeräumt.
Für Parteipräsidentin Kathrin Amacker ist die CVP-Delegiertenversammlung von heute Abend im Liestaler «Engel» mit Sicherheit speziell. Ist sie doch diesmal nicht nur Präsidentin, sondern auch «Partei». Denn unter Traktandum sechs nominieren die Baselbieter Christlichdemokraten den Kandidaten für die Regierungswahlen vom 11. Februar 2007 oder eben die Kandidatin. Und das wäre dann Kathrin Amacker selbst. Um dieser speziellen Situation die Brisanz zu nehmen, begibt sich die Präsidentin von Anfang an in den Ausstand und überlässt das Regiepult für diesen Abend den beiden Vize-Präsidenten Uwe Klein und Eugen Tanner, wie sie gegenüber der baz erklärt.
Theorie und Praxis
Damit besteht unter den vier Bewerbern um den einzigen noch freien bürgerlichen Kandidatenplatz für die Regierungswahlen, Peter Zwick (Münchenstein, 56), René Merz (Röschenz, 42), Anton Lauber (Allschwil, 45) und eben Kathrin Amacker (Binningen, 44), zumindest theoretisch Chancengleichheit. Praktisch sind die Aussichten, im Falle einer Wahl nächstes Jahr die Nachfolge der zurücktretenden CVP-Regierungsrätin Elsbeth Schneider antreten zu können, allerdings ziemlich unterschiedlich.
So werden Anton Lauber und René Merz von den politischen Beobachtern kaum reelle Nominations-Chancen eingeräumt. Zwar gilt Laub als solider Gemeindepräsident, ist auch in der Partei gut verankert und hat bei seinen beiden bisherigen Nationalratskandidaturen jeweils ein anständiges Resultat erzielt. Um Regierungsratskandidat zu werden, weist er aber (noch) nicht den nötigen Bekanntheitsgrad auf. Ähnliches gilt für René Merz. Obschon er zehn Jahre lang (1994-2004) als CVP-Präsident amtete, ist der Röschenzer Gemeindepräsident in der kantonalen Politik heute kaum mehr präsent, zumal er auch nicht dem Landrat angehört. Höchstwahrscheinlich werden deshalb Merz und Lauber nach den ersten beiden Wahlgängen nicht mehr dabei sein. Denn laut Auskunft von Vizepräsident Uwe Klein scheidet nach jedem. Wahlgang der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus.
Amacker und Zwick
Somit dürfte sich alles auf das «Duell» zwischen Kathrin Amacker und Peter Zwick im dritten Wahlgang konzentrieren Und da wird ein völlig offenes Rennen erwartet. Auch wenn alle Argumente für und gegen den einen und die andere in die Waagschale geworfen werden, zeichnet sich keine klare Favoritenrolle ab. Peter Zwick hat sich als Fraktionschef einen Namen gemacht und weist die grössere politische Erfahrung auf. Als Präsident des Landeskirchenrates verfügt er zudem über eine katholische Hausmacht. Allerdings hat er sich im Streit um den Röschenzer Pfarrer Franz Sabo nicht nur Freunde gemacht.
Kathrin Amacker verfügt ebenfalls über einen hohen Bekanntheitsgrad, wovon ihr hervorragendes Resultat bei den Nationalratswahlen 2003 zeugt. Sie blieb damals nur gerade 160 Stimmen hinter dem gewählten Walter Jermann zurück. Auf einen Frauenbonus wird sie jedoch nicht zählen können. Schliesslich ist der CVP-Regierungssitz seit 12 Jahren in Frauenhand.
Sollte schliesslich die Altersfrage den Ausgang entscheiden, dann ist die 44-jährige Kathrin Amacker gegenüber dem 56-jährigen Peter Zwick leicht im Vorteil.
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