Sonnenenergie für 44 Wohnungen

Regio aktuell vom 10. August 2006

1000 Solardächer sollen bis ins Jahr 2010 in der Nordwestschweiz neu installiert werden. Dies ist das Ziel einer gemeinsamen Aktion der Industriellen Werke Basel (IWB) sowie der Ämter für Umwelt und Energie der Kantone Basel-Stadt und Baselland. Dass die Solardächer bei Grossüberbauungen besonders effizient sind, zeigt ein Beispiel aus Riehen.

«Eins aufs Dach» – so lauter der Slogan der Kampagne «1000 Solardächer für die Nordwestschweiz». Eine der grössten Solaranlagen im Rahmen des Programms ist gerade in Riehen montiert worden: Auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses der Wohngenossenschaft zum Kirschgarten an der Supperstrasse stehen ab September Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 135 Quadratmetern im Einsatz.
«Bei insgesamt 44 Wohnungen ergibt das im Schnitt drei Quadratmeter Kollektorfläche pro Einheit», erklärt der ausführende Ingenieur Felix Kössler von der Stäbler-Tarag AG, einer der 50 geprüften Partnerfirmen, die in der ganzen Region für die Installation der Solardächer zur Verfügung stehen. Mit der Sonnenenergie können rund 60 Prozent der Warmwasseraufbereitung abgedeckt werden, die normalerweise den zweitgrössten Energieverbraucher im Haushalt darstellt.
Mit der Installation der Solaranlage wurden zugleich neue Boiler eingesetzt: Ein erster, 5000 Liter fassender, wird durch die Sonnenenergie vorgewärmt, zwei weitere mit je 800 Litern bringen das Wasser dann auf die erforderliche Nutztemperarur. Was den Bewohnern einen weiteren Vorteil bringt: Dank der zentralen Warmwasserversorgung verschwinden nun die elektrischen Einzelboiler aus den Küchen.

Solaranlagen wirtschaftlich rentabel
Ebenfalls umgestellt wurde die Heizung – neu kommt Erdgas start Öl zum Einsatz. Was laut Marco Adarno von der IWB-Energieberatung einem Trend entspricht: «Viele Leute wollen unabhängiger vom Öl werden. Wegen der stark gestiegenen Preise hat auch die Akzeptanz der Sonnenenergie deutlich zugenommen. So rechnet sich eine Solaranlage inzwischen tatsächlich.»
Dies nicht zuletzt dank der staatlichen Subventionen, die sowohl hei Einfamilienhäusern wie bei Grossüberbauungen gesprochen werden. Auch die Wohngenossenschaft zum Kirschgarten hat sich vor allem deswegen entschieden, auf Sonnenenergle zu setzen. Von den Gesamtinvestitionen von rund 190000 Franken übernimmt der Kanton Basel-Stadt 84000 Franken. Finanziert werden die Beiträge durch die Förderabgabe, die auf den Strompreis erhoben wird. «Basel-Stadt gehört bei der Förderung von erneuerbaren Energien zu den fortschrittlichsten Kantonen lobt Felix Kössler. Und hat damit Erfolg. Von den angepeilten 1000 neuen Solardächern sind seit 2004 bereits 370 realisiert worden.
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